Die Geschichte der Enthaarung

Die Geschichte der Enthaarung beim Menschen ist uralt. Funde legen nahe, dass sich bereits die Menschen in der Steinzeit mit scharfen Steinen und Muschelstücken die Gesichtsbehaarung entfernten. 

In vielen Kulturen bedeutet die erste Rasur eines pubertierenden Jungen den Eintritt in die Welt der Erwachsenen, somit hat die Enthaarung eine große Bedeutung in der Entwicklung eines Menschen. Doch nicht nur im Gesicht, auch am Körper entfernen die Menschen bereits seit Jahrtausenden die Behaarung. Schon Cleopatra soll sich mit einer Zuckerpaste die Körperbehaarung entfernt haben, weil glatte und haarlose Haut bei den alten Ägyptern als Schönheitsideal galt. Hier wurden sogar die Augenbrauen entfernt. Auch die Enthaarung mit Wachs ist eine uralte Methode. Im Altertum wurden jedoch auch andere Substanzen für die Enthaarung genutzt, wie beispielsweise Pech, Fledermausblut, Pflanzenextrakte und bestimmte Harze.
Auch die Römer enthaarten bereits ihre Körper, hier wurden die Haare vor allem ausgezupft.

Die Enthaarung, speziell die Entfernung der Schamhaare, wurde schon immer aus verschiedenen Gründen durchgeführt. In vergangenen Zeiten, in denen die Menschen sich nur selten waschen konnten, und Seife als Luxusgut galt, hatte die Enthaarung vor allem hygienische Gründe. Die Körperbehaarung erschwerte die gründliche Reinigung und Keime konnten sich schneller einnisten und verbreiten. Zudem konnte man mithilfe der Enthaarung Parasiten bekämpfen, die sich in den Haaren hätten festsetzen können.

In bestimmten Glaubensrichtungen und Religionen gilt Körperbehaarung, speziell die Schambehaarung, als unhygienisch und wird traditionell entfernt. So ist es zum Beispiel im Islam der Fall. Hier ist die Enthaarung mithilfe einer Zuckerpaste heute noch üblich.
Auch indigene und afrikanische Völker enthaaren sich, da die Behaarung zum Teil als animalisch gilt.
In der Geschichte der Enthaarung gibt es zahlreiche Beispiele für schmerzhafte Methoden, die praktiziert wurden. Im Amerika das 18. Jahrhunderts wurden die Haare weggeätzt, im arabischen Raum wurden die Haare mit Fäden herausgerissen und es sind auch Methoden bekannt, bei denen die Haare mit schmirgelpapierähnlichen Scheiben abgerieben wurden.
Auch sehr fragwürdige Rezepte mit Bestandteilen wie Essig, Katzenkot oder Eierschalen dienten zum Herstellen von Pasten und Lösungen, mit denen die Haut behandelt wurde, um das Nachwachsen der Haare zu verhindern oder bestehende Haare zu entfernen.

Die Enthaarung ist eine uralte Tradition, die in vielen Völkern und über viele Epochen praktiziert wurde. Die beiden alten und bekannten Methoden der Enthaarung, das Wachsen und das sogenannte Sugaring, die Haarentfernung mit Zuckerpaste, erfreuen sich heutzutage wieder großer Beliebtheit und werden in vielen Schönheitsstudios durchgeführt. Heute ist aber auch die Enthaarung mittels Rasur, Epiliergerät, Kaltwachs und sogar dauerhaft mittels Lasertherapie möglich und weit verbreitet.

In unserer Gesellschaft wird Körperbehaarung und speziell Schambehaarung oft als ungepflegt erachtet. Da wir jedoch im Zeitalter der Dusche leben, ist das Enthaaren aus hygienischen oder gar gesundheitlichen Gründen nicht mehr nötig. Wer sich jedoch mit haarloser Haut besser fühlt, kann eine der Methoden zur Enthaarung wählen, um die Körperbehaarung zu entfernen.

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